Inhalt
Kernaussage: Prognose-Wetten auf Plattformen wie PolyGram befinden sich in Deutschland rechtlich in einer unklaren Position — eine ausdrückliche Genehmigung existiert nicht, gleichzeitig sind Verfolgungen von Privatnutzern bislang nicht dokumentiert.
Wettkämpfe auf Wahlergebnisse — vor allem in Bezug auf politische Entscheidungen — gewinnen in der Bundesrepublik zunehmend an Interesse. Allerdings stellen sich viele Teilnehmer die Frage: Darf man auf Wahlen wetten? Dieser Ratgeber erläutert die geltende Rechtssituation und vermittelt, wie man verantwortungsvoll und vertrauenswürdig partizipiert.
Was sagt der Glücksspielstaatsvertrag 2021?
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bestimmt die Rahmenbedingungen für Glücksspiel bundesweit. Im Fokus stehen dabei:
- Sportwetten (unter Konzessionsvergabe möglich)
- Digitale Casinos und Automatenspiele
- Kartenspiele wie Poker
- Lotto sowie behördlich organisierte Glücksspiele
Dezentralisierte Prognosemärkte — mithin kryptobasierte Handelsplätze für politische Vorhersagen — sind im GlüStV 2021 nicht ausdrücklich geregelt. Weder eine Betriebserlaubnis für diesen Marktbereich noch spezifische Strafnormen für Endnutzer sind vorhanden.
Bundestagswahl, Landtagswahlen, EU-Wahl — was kann man wetten?
Auf Prognoseplattformen finden sich üblicherweise diese Wahlwetten:
- Bundestagswahl: Welche Partei erreicht das höchste Stimmenergebnis? Wer übernimmt das Kanzleramt?
- Koalitionsszenarien: Welche Regierungskonstellation wird sich bilden?
- Landtagswahlen: Ergebnisse in einzelnen Bundesländern
- Europawahlen: Sitzverteilung im Europäischen Parlament
- Amerikanische Wahlen: Präsidentenamt, Mehrheiten im Kongress
PolyGram: Wahlmärkte für deutsche Nutzer
PolyGram stellt auf polygram.ink eine breite Palette an Wahlmärkten in deutscher Sprache zur Verfügung. Die Plattform erschließt die Markttiefe von Polymarket — dem international führenden Prognosemarkt — und macht diese für Anfänger nutzbar.
Steuerliche Aspekte bei Wahl-Wetten
Erträge aus Prognosemärkten können in Deutschland als weitere Einkünfte der Besteuerung unterliegen. Sobald der Jahresertrag 256 Euro übersteigt (Freigrenze für weitere Einkünfte), entsteht grundsätzlich eine Steuerverpflichtung. Minderungen durch Verluste können möglicherweise angerechnet werden. Rat: Ein Steuerexperte sollte beigezogen werden, weil die Rechtsprechung zu diesem Thema noch nicht abschließend geklärt wurde.
Sicherheit und Seriosität: Worauf achten?
Beim Aussuchen einer Plattform für Wahlprognosen sollten diese Kriterien berücksichtigt werden:
- Automatisierte Auszahlung durch Smart Contracts — der Plattformbetreiber kann Gewinne nicht zurückhalten
- Offengelegte Marktbedingungen — eindeutige Festlegung der Auflösungskriterien
- Ausreichende Markttiefe — hohes Handelsaufkommen für realistische Preise
- Bewährte Plattform — nachweisbare Bilanz bei Gewinnausschüttungen